Gemeinschaft im Advent

Mittlerweile ist es zu einer schönen Tradition geworden, dass die Kirchen der Stadt Wurzen in der Adventszeit ihre Türen für Gemeinschaftserlebnisse der besonderen Art öffnen. In ökumenischer Verbundenheit gestalten Christen verschiedener Konfessionen einen lebendigen Adventskalender, ein offenes Angebot zum gemeinsamen Musizieren und Beschäftigen mit einem weihnachtlichen Thema. Unsere Gemeinde war am 5. und 8. Dezember Gastgeberin und konnte an beiden Tagen jeweils etwa 35 Besucher begrüßen.

Hinter dem ersten Türchen verbarg sich das Thema „Weihnachtsfrieden“. Eingerahmt von vielfältigen musikalischen Beiträgen gestaltete sich der thematische Bogen von der Beschäftigung mit der Frage, warum Weihnachten als das Fest des Friedens angesehen wird, über die Definition des Begriffs Frieden bis hin zu sichtbaren Friedenszeichen in der Weihnachtszeit. Die Erinnerung an den Weihnachtsfrieden von 1914, einen spontanen Moment des Kriegsvergessens mitten in größtem Leid, verdeutlichte die dem Frieden innewohnende Kraft, zeigte aber auch die großen Schwierigkeiten, die wir Menschen seit jeher und bis heute damit haben, miteinander in Frieden zu leben. Zum Abschluss bekamen alle Anwesenden als Geschenk ein Armband mit der Aufschrift: „Frieden beginnt bei dir – Trag ihn weiter“, eine Anregung, mit und in sich selbst Frieden zu finden und diesen in das persönliche Umfeld auszustrahlen. Getreu dem Wort aus Matthäus 5,9: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“. Neben dem gemeinsamen Gesang war das musikalische Highlight das „friedliche“ Miteinander von Klavier und Orgel im Lied „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt … ist mir wohl“.

Als sich das zweite Türchen in unserer Gemeinde öffnete, kam ein kleiner Sonnenstrahl zum Vorschein. Ein kleines, warmes Licht, auf den ersten Blick unspektakulär, ja fast unbedeutend. Doch in dem kleinen Sonnenstrahl steckt so viel Kraft. Gerade in dieser Jahreszeit, in der die Tage kurz und oft auch grau sind, freuen wir uns über einen warmen Sonnenstrahl. Die Sonne erzeugt positive Emotionen, regt die Produktion von Vitamin D an und stärkt unser Immunsystem. Manchmal trifft der kleine Sonnenstrahl aber nicht auf alle Menschen, einige stehen einfach im Schatten. Die vorgetragene Geschichte lehrt, dass manche nicht von selbst einfach aus dem Schatten treten können. Hilfe wird benötigt, Hindernisse zu beseitigen, die dem Licht im Wege stehen. Wir können besonders in der Weihnachtszeit direkt einiges bewirken, anderen Menschen ein klein wenig Sonne ermöglichen. Reicht unsere Kraft dafür nicht aus, hilft beten. Die Geschichte wurde eingerahmt und gewürzt mit viel Gesang – gemeinschaftlich von allen Anwesenden, von unserem Gemeindechor und von unseren Kindern.

Beide Abende klangen bei leckerem Gebäck, heißen Getränken und interessanten Gesprächen im gemütlichen Beisammensein aus.